Chinesische Symbole, Teil V

ChinesischeSymbolik5Weiter geht es heute wieder mit den chinesischen Symbolen, dem 5. und letzten Teil. Wie bereits mehrfach erwähnt, sind die chinesischen Orakel I Ging oder Shen Shu sehr symbolträchtig. Um den Spruch eines Orakels also zu verstehen, ist es hilfreich, sich die Sinnbilder dieses gänzlich anderen, aber sehr interessanten Kulturkreis zu verstehen.

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Chinesische Symbole, Teil IV

ChinesischeSymbolik4Weiter geht es heute wieder mit Symbolen aus der chinesischen Mythologie, die auch im Tao Te King sowie im I Ging eine tragende Rolle spielen.
(Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung der bereits bestehenden Artikel über chinesische Symbolik. Um einen Überblick über alle Beiträge zu erhalten, besuchen Sie bitte die Kategorie „I Ging“ in diesem Blog).

Pflaume: Die fünf Blütenblätter des Pflaumenbaums versinnbildlichen die fünf Elemente, werden aber auch mit den fünf Glücksgöttern aus dem chinesischem Volkglauben in Verbindung gebracht. Heute ist das chinesische Wort für „Pflaumenblüte“ ein normaler Mädchenname, war aber für lange Zeit auch eine Metapher für die Nebenfrau eines verheirateten Mannes. Noch heute ist die Pflaumenblüte eine Sybmol für die Ehe oder den Beischlaf. Ist hingegen von „Pfirsich- und Pflaumenblüten“ die Rede, dann sind die Jünger eines Meisters gemeint. Die Pflaume ist nach dem Winter der erste Baum, der blüht und aus diesem Grund spielt sie in der chinesischen Symbolik eine große Rolle. Wie die Kiefer und einige Bambusrten gilt die Pflaume als sehr beständig und robust – beide bestehen auch in der kalten Jahreszeit, sind frostrestistent und unverwüstlich.

Phoenix: Bei dem Phoenixvogel handelt es sich um eines der vier Fabeltiere aus der chineischen Mythologie. Diese vier Fabeltiere waren Drache, Einhorn, (später: Tiger), Schildkröte und Phoenix.Diese vier Fabeltiere stehen auch für die vier Hiimmelsrichtungen Osten, Westen, Süden und Norden.

Pille der Unsterblichkeit: Hier handelt es sich um einen uralten Mythos im chinesischen Volksglauben und um ein sehr weit verbreitetes Ideal im antiken und mittelalterlichen China. Neben der Herstellung dieser Unsterblichkeitspille gab es auch zahlreiche Atemtechniken, die den Taostien zumindst ein langes Leben garantierten. So gibt es zahlreiche Volksgottheiten, die ebenfalls den Status der Unsterblichkeit erlangt haben, die in einer Art Zwischenwelt zwischen der materiellen, irdischen Wirklichkeit sowie der geistigen Welt existieren sollen. Konfizius hingegen lehrte keine körperliche Unsterblichkeit, sondern verstand darunter den Ruhm berühmter Persönlichkeiten, deren Name in den Geschichts- und Heldenbücher.

Ratte: Sie spielt im chinesischem Zodiak eine wichtige Rolle, dort gilt sie nämlich als schlau, geschickt, anpassungsfähig und mutig. Ein Merkmal der Ratte ist auch, dass sie auch unter den widrigsten Umständen als überlebensfähig gilt. Im hinesischen Alltag hingegen sieht es anders aus – hier kommt die Ratte genauso schlecht weg wie in unserer westlichen Welt und wird ebenso gejagt und getötet. Im Südwesten Chinas hingegen gilt die „große Bambusratte“ (eine Rattenart, die sich in erster Linie aus Bambusblättern und -sprossen ernährt) als kulinarische Köstlichkeit.

Rind: Das Rind wird häufig auch durch einen Ochsen oder Wasserbüffel versinnbildlicht. Wie die Ratte kommt auch das Rind im chinesischen Zodiak vor – es steht hier für Arbeit, Arbeitskraft, Gutwilligkeit, Einfluss, aber auch Kampf und Eifersucht. Das Rind war das Tier, das den Pflug des kaiserlichen Gespanns auf den jährlichen Zeremonien zog. Diese Zeremonie, die mehrere Tage dauerte, fand immer im Frühjahr statt und leitete die Vegetationsperiode ein.

Schaf: Auch das Schaf ist im Tierkreis der chinesischen Astrologie von Bedeutung. Das Schaf erscheint häufig auch als Ziege, was vermutlich auf der Tatsache resultiert, dass das Schriftzeichen für beide Tier im Altchinesischen das gleiche ist.Das Schaf bzw. die Ziege gitl in der chinesischen Astrologie für Kindlichkeit, aber auch Durchsetzungsvermögen.

Schlange: Und zu guter Letzt nochmal ein Tier aus dem chinesichen Tierkreis. Zwar gilt sie in der chinesischen Mythologie als schlau, wendig und intelligent, aber auch als – ähnlich der westlichen Anschauung – als hinterlistig und verschlagen. Vor allen Dingen ist Ihre gespaltene Zunge ein wichtige Sinnbild; so heißt es, dass Menschen, die unter einer „Schlangenzunge“ geboren wurden, „doppelzüngig“ reden, also häufig sehr lügen. Gleichzeitig findet man Schlangen in China sehr häufig auf dem Speiseplan und gelten – je nach Art – auch häufig als teure Delikatesse. Schlangenleber und Schlangengalle gelten als wichtige Arznei gegen Lungenkrankheiten – hierfür werden Schlangen auf so genannten Schlangenfarmen sogar eigens gezüchtet.

Chinesische Symbole, Teil III

ChinesischeSymbolik3Heute geht es wieder weiter mit den Symbolen aus der chinesischen Mythologie. Wie bereits mehrmals erwähnt, enthält nicht nur die chinesische Astrologie, sondern auch uralte chinesische Schriften wie das I GIng, das Shen Shu oder das Tao te kin viele dieser Sinnbilder.

(Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung der Artikel über chinesische Symbolik vom 15.02.2015 und vom 16.02.2015).

Kiefer: Aus der chinesischen Malerei ist sie nicht mehr wegzudenken und auch im modernen Feng Shui ist sie ein wichtiges Symbol: Die Kiefer. Doch es gibt in China nicht nur eine Kiefer, sondern schätzungsweise 30 verschiedene Kiefernarten. So ist es nicht erstaunlich, dass es sich hier um den meist dargestellten Baum handelt. Als Symbol steht die Kiefer für Zähigkeit und Anpassungsfähigkeit, schließlich kann sie – je nach Art – ein Klima mit Frost und Schnee sehr gut aushalten, gedeiht aber auch in subtropischen Gegenden. Deshalb ist sie ein Sinnbild für Ausdauer und langes Leben.

Konfuzius: Der chinesische Philosoph, der am meisten Einfluss auf die chinesische Gesellschaft genommen hat. Zwar stammte er aus einer einfachen Familie, genoss aber eine ausgezeichnete Erziehung. Seine Fähigkeit, sich in komplexe Texte zu vertiefen, fiel bereits im Kindesalter auf. Im Gegensatz zu anderen Philosophen, die sich meist primär mit Fragen nach dem „ewigen Leben“ beschäftigten, lehrte er ein Verhalten, das dem Wohle der Menschheit dienen sollte. Er entwarf die „Fünf Tugenden“ sowie die „Vier Richtlinien“, die auch von seinen Nachfolgern propagiert wurden und bis heute Einfluss bis auf die Gesellschaftsstruktur hat. Die von ihm vorgeschlagenen Staatsrituale zur Verehrung von Himmel und Erde wurden – allen geschichtlichen Umbrüchen zum Trotz – bis Anfang des letzten Jahrhunderts offiziell praktiziert.

Kranich: Er gehört zu den ältesten Symbolen in der chinesischen Philosophie. Er kann sehr alt werden und versinnbildlicht deshalb das lange Leben, außerdem verkörpert er eine von Konfizius propagierten „Fünf Tugenden“.

Kröte: Gemäß eines alten chinesischen Volksglaubens lebt auf der Rückseite des Mondes eine dreibeinige Kröte, die den Mond bei Mondfinsternis verschlingt, um ihn später – wenn Neumond naht – wieder auszuspeien. Sie soll im „Palast des Dunkels“ wohnen, wo sie von Elfen und Feen umsorgt wird. Sie ist ein Symbol für die Erfüllung von Wünschen, außerdem kam sie früher in der chinesischen Medizin zum Einsatz, wo sie angeblich bei Tumoren helfen soll.

Mond: Auch in der chinesischen Astrologie und Mythologie gilt der Mond als weiblich und entspricht deshalb der Yin-Qualität. Im I Ging kommt er häufig vor, da hier die Mondphasen eine sehr große Rolle spielen. Des Weiteren gibt es sehr viel chinesische Mythen und Legenden über den Mond. So heißt es beispielsweise auch, dass auf seiner hellen Seite ein Hase lebt, der für die Unsterblichkeit zuständig ist (s. auch Stichwort „Hase“), während auf der dunklen Seite die dreibeinige Kröte residier (s.“Kröte“), die den Mond in regelmäßigen Zyklen verschluckt und immer wieder ausspuckt. Wie in der westlichen Astrologie steht der Mond für die Emotionen, gleichzeitig beeinflusst er auch die Gemüter der Menschen. Symbolisch kennzeichnet der Vollmond – im Gegensatz zur abendländischen Astrologie – eine klare und gelassene Psyche, während Mondfinsterinisse, ebenso aber auch wolkenverhangene Monde, als ungünstig betrachtet werden.

Osmanthusbaum: Es handelt sich hier um einen Baum aus Zentralchina, der aufgrund seiner Blüten sehr bekannt und beliebt ist; diese Blüten sollen sehr lieblich duften und dienen außerdem der Weingewinnung. Die chinesische Mythologie sagt außerdem, dass auf dem Mond noch ein Osmanthusbaum wachsen soll, dessen Blütenduft besonders betörend sein soll.

Perlen: Perlenzucht in China geht bis auf die vorschristliche Zeit zurück. Neben dem Jadestein sind Perlen ein Sinnbild für Werte und Reichtum. Deshalb sind mit einer Perlen spielende Drachen sehr häufig auf Bildern zu sehen.

Pfirsich: Im alten Volksglauben wurde das Pfirsichholz geschätzt, weil man damit Dämonen bannen wollte. Außerdem wurde Pfirsichholz auch bei Krankheiten eingesetzt.
Fortsetzung folgt…

 

Chinesische Symbole, Teil II

ChinesischeSymbolik2Nicht nur die chinesische Astrologie, sondern auch uralte chinesische Schriften wie das I GIng, das Shen Shu oder das Tao Te King von Laotse stecken voller interessanter Sinnbilder. (Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung des Artikels über chinesische Astrologie vom 15.02.2015).

Hier geht es weiter mit den Symbolen:

Gans (auch: Wildgans): In China ist die Gans – respektive die Wildgans – ein Symbol für Partnerschaft und Ehe, deshalb ist sie auch entsprechend häufig im I Ging anzutreffen; hier kommt sie beispielsweise in einigen Hexagrammen vor, wo gleichzeitig von Partnerschaft oder Heirat die Rede ist. Hintergrund ist folgender: Gänse haben ihr Leben lang nur den einen Partner.Stirbt dieser, bleiben sie in der Regel allein. Lebende Gänse sind deshalb auch heute noch ein traditionelles Hochzeitsgeschenk. Sie dürfen keinesfalls geschlachtet werden, sondern nur eines natürlichen Todes sterben. Werden Wildgänse hingegen symbolisch innerhalb eines Schwarms dargestellt, dann versinnbildlichen sie Trennung, weil sie sich dann in einem vorbeiziehenden Schwarm verlieren.

Gold: Wie in vielen anderen Kulturen wurde das Gold auch bei den Chinesen als wertvolles Edelmetall geschätzt. Gold war auch ein Symbol für Reichtum, mit denen sich Menschen schmückten, die ihren erreichten Wohlstand zur Schau stellen wollten. Das chinesiche Staatsguthaben wurde jedoch bis Anfang des letzten Jahrhunderts durch Silberreserven abgedeckt.

Hase: Vom „Tierkreiszeichen Hase“ oder vom „Jahr des Hasen“ in der chinesischen Astrologie hat sicher schon jeder einmal gehört. Für die Chinesen verkörpert er Eigenschaften wie Sanftheit, Friedfertigkeit und Zärtlichkeit; er gilt auch als Tier mit weiblichen Eigenschaften und ist ein Merkmal für Fruchtbarkeit und Schwangerschaft. Ferner steht der Hase für ein langes Leben oder gar Unsterblichkeit. Diesbezüglich existiert auch die alte chinesische Legende vom weißen Hasen im Mond, der auf der hellen Seite des Erdtrabanten leben soll und unsterblich ist, da er jedes Mal bei Vollmond die „Pille der Unsterblichkeit“ mixt. Aus diesem Grund verzehren Chinesen auch kaum Hasen- oder Kaninchenfleisch.

Himmel: Er spielt im I Ging mehrmals eine Rolle, wo es auch ein eigenes Hexagramm für den Himmel gibt (Nr. 1 „Kien“) , das sich aus zwei Himmel-Trigrammen zusammensetzt und als das günstigste und schöpferichste Hexagramm gilt.
Nicht nur ältere Kulturen wie die Perser oder Inder vertraten die Ansicht, dass die Erde weiblich, der Himmel hingegen männlich ist. Die chinesische Himmelsgottheit Di wurde als Hauptgott verehrt. Die HImmelsrichtungen – es sind bei den Chinesen 5 und keine 4, weil sie von 5 Kardinalpunkten ausgehen – spielen im I Ging, in der chinesischen Astrologie sowie in der Raumlehre Feng Shui eine zentrale Rolle.

Hirsch: Er spielt eine wichtige Rolle im chinesischen Volksglauben und der Symbollehre, denn er verspricht Reichtum und ein langes Leben. Des Weiteren galt abgesägtes Hirschgeweih lange als Stärkungs- und Potenzmittel.

Hund: Er ist auch im chinesischen Tierkreis vertreten, wo er für Treue, Anhänglichkeit und Kameradschaft steht. Gleichzeitig ist aber auch bekannt, dass der Hund nicht seit der Neuzeit, sondern bereits während der Shangzeit (ca. 2000 v. Chr.) als Fleischlieferant diente, wie Hundeknochen in ausgegrabenen Küchenabfälle belegen. Auch diente er gar als Opfertier.

Jadestein: Jade wird von den Chinesen als wertvollstes Mineral betrachtet, je grüner – am besten grasgrün – desto wertvoller ist er (es gibt ihn auch in gelber oder brauner Färbung). Im chinesischen Orakelbuch Shen Shu ist häufig von „Jadeplättchen“ die Rede, die dort nicht nur ein Sinnbild für Reichtum, sondern auch für Sexualität und Erotik sind. So sind verschiedene Schlüsselwörter mit Jade häufig Synonyme für die männlichen und weiblichen Geschlechtsteile sowie für den Beischlaf.

Fortsetzung folgt

 

Chinesische Symbole, Teil I

ChinesischeSymbolik1Sowohl die chinesische Astrologie als auch weise Schriften und Orakelbücher wie das I Ging oder Shen Shu bedienen sich einer sehr bildhaften Sprache, die unserem westlichen Verständnis nicht immer entgegenkommt. Wenn also von Drachen, Wildgänsen, Hasen im Mond oder verdorrten Bäumen, die plötzlich wieder blühen, die Rede ist, dann wissen die meisten, dass es hier nur um Sinnbilder, also bildhaften, poetischen Sätzen geht – doch was drücken sie genau aus? Nachstehend ein paar Begriffe und was sie genau bedeuten.

Ahnen: Eigentlich ist es nur unsere moderne westliche Welt, die keinen Ahnenkult mehr betreibt. Nur die Familienstellungen (und teilweise auch die Astrologie) befördern noch das an die Oberfläche, was andere Kulturen längst wußten: Der unsichtbare Einfluss unserer Vorfahren, der im alten China eine große Rolle spielte. So gab es Ahnenaltäre verschiedenster Art, denen dem chinesischen Mondkalender entsprechend Opfer gebracht wurden, wie beispielsweise Früchte, Hühner oder Nüsse. In buddhistischen und taoistischen Tempeln gab es dafür eigens Hallen, in denen Ahnengedenktafeln aufgehängt wurden. Noch heute hängen in China die Menschen noch so sehr an ihren Ahnen, so dass  das Ahnengedenkfest am 15. Tag des dritten Mondmonats gefeiert wird.
Die heutige Wissenschaft weiß mittlerweile, dass sich auch Erfahrungen, Erlerntes und Angewohnheiten vererben – andernfalls gibt es keine Erklärung beispielsweise für Kinder, die Fähigkeiten, die sich ein Elternteil mühsam aneignen musste, offensichtlich in die Wiege gelegt bekommen haben (bei Musikern beispielsweise soll das häufig beobachtet worden sein). Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, wenn der Ahnenkult im alten China religiösen Stellenwert hatte.

Beamter: Für einen Chinesen war es das größte zu erreichende Ziel, zum Staatsbeamten erwählt zu werden, ob nun als Politiker, Lehrer, Arzt oder Wissenschaftler. Als Boten des Kaisers und Vollstrecker von Weisungen spiegelten die Beamten praktisch die Himmelshierarchie wider. Wenn man als Fragesteller im I Ging also als Beamter erscheint, dann hat dies eine besondere Bedeutung und besagt, dass mam sich entweder in einer sehr priviligierten oder verantwortungsvollen Situation befindet.

Drache: Während der Drache bei uns noch als Fabelwesen betrachtet wird, gilt er im alten China seit alters her als Symbol für einen Boten des Himmels, der beispielsweise das notwendige Wasser vom HImmel bringt. Ist beispielsweise im I Ging oder Shen Shu von „Schlafenden Drachen“ die Rede, dann bedeutet dies, dass dem Fragesteller eine gute Situation bevorsteht, die aber noch nicht erkannt wird. Außerdem verkörpert der Drache das Herrschertum bzw. den Herrscher selbst. Die kaiserliche chinesische Flagge trug den Drachen einst als Emblem.

Drachentor: Es galt als Sinnbild für den Eingang zum Thronpalast beziehungsweise für den Übergang in ein spirituelles Leben.

Drachenaugen: So werden die Früchte des „Nephelius dragonis max“ genannt, eines Baumes aus der Lichti-Familie. Frisch oder getrocknet galten diese Früchte als Heilmittel für die Sehkraft.

Elementelehre: Nicht nur bei den alten Griechen, den Persern oder den Indern gab es eine Elementelehre mit einem komplexen Bezugssystem. Bei den Chinesen entsprachen die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser den Jahreszeiten, Himmelsrichtungen und Stunden des Tages (siehe auch hier im Blog unter Elementelehre bzw. I Ging). Dazu wechselten auch die Staatsbeamten rituell zu jeder Jahreszeit die Farben ihrer Kleider. Auch dient die chinesische Elementelehre als Basis für die traditionelle chinesische Medizin (TCM).

Fuchs: Während der Fuchs hierzulande schon immer als gerissenes und hinterlistiges Tier galt, war er im alten China wegen seiner Schläue und Vorsichtigkeit bekannt. Noch heute ist die Umsicht des Fuchses sprichwörtlich. Auch das I Ging beschreibt den Fuchs als ein äußerst behutsames Tier, wie beispielsweise im Hexagramm Nr. 64 „We Dsi“ („Vor der Vollendung“): Hier ist von einem erwachsenen und sehr instinktsicherem Fuchs die Rede, der über gefrorenes Wasser geht, sich dabei nur die sichersten Stellen aussucht und dem das leiseste Krachen des Eises nicht entgeht. Dabei wird dieser Fuchs mit einem jungen  und noch unerfahrenen Fuchs verglichen, der kühn drauf los läuft und – als er den Weg über das Wasser fast geschafft hat – hinfällt und seinen Schwanz nass macht, so dass alle Mühe vergeblich war.  Der Fuchs in diesem Hexagramm versinnbildlicht also Achtsamkeit, die man braucht, um schwierige und gefahrvolle Situationen zu meistern.
So gab es im alten China auch so genannte „Fuchs-Beamte“, der den Menschern Ratschläge gab.

~~ Fortsetzung folgt ~~

Chinesische Elementenlehre – 木 Mù (Holz)

IGing15-HolzHolz ist das erste Element innerhalb den Fünf Wandlungsphasen. Es steht für Wachstum und für Neubeginn, denn es ist jenes Element, das um Gestaltung ringt und sich entfalten möchte. Ebenso versinnbildlicht das Holz die Initialzündung, den Aufbruch beziehungsweise den Beginn einer Sache – und dementsprechend ist seine Bewegungrichtung steigend, also nach oben gerichtet. So steht das Holz für Aktivität und Mut, ebenso für Neugierde und Kreatitivtät.

Aus der Sicht der Polarität besitzt das Holz von Grund auf eine schwächere Yang-Qualität; dies bedeutet, dass es in seiner Grundpolarität männlich ausgerichtet ist, aber in einer gemäßigten Form. In Verbindung mit der Yin-Qualität (also der weiblichen und aufnahmebereiten Seite der Polarität) ist Holz ebenso durchsetzungsstark und selbstsicher, wenn auch auf etwas mehr sanftere Art als wie es in Kombination mit dem Yang-Prinzip, wo sehr konsequent und zielgerichtet ist. Holz repräsentiert Emotionen wie Begeisterungsfähigkeit und Optimismus, aber auch Zorn und Rücksichtslosigkeit. Ein Überschuss an Holz kann für Reizbarkeit oder Launenhaftigkeit sorgen, was aber mit dem Element Feuer kompensiert werden kann. Ein Mangel an Holz hingegen bringt häufig Mutlosigkeit, Unentschlossenheit und Verbitterung hervor.

Welches Lebensalter dem Element Holz zugeordnet wird, dürfte demzufolge nicht schwer zu erraten sein: Es ist die Geburt, die Kindheit und die Phase des Wachstums, denn auch in dieser Phase geht es um Entfaltung.

Die entsprechende Himmelsrichtung für Holz ist der Osten, der auch symbolisch für Beginn (Sonnenaufgang) steht. Die zum Holz dazugehörige Jahreszeit ist der Frühling, die entsprechende Jahreszeit der Morgen.

Das Holz wird unterstützt und gestärkt vom Element Wasser, hingegen wird es durch das Element Feuer geschwächt. Seine Entsprechung im I Ging findet das Element Holz in den Trigrammen 巽 “Sun” (Wind/Holz)  sowie 震 “Dschen” (Donner). Im I Ging verfügt das Holz-Element ebenso über eine durchdringende, aber gleichermaßen aufnehmende Kraft.

Chinesische Elementenlehre – 火 Huŏ (Feuer)

IGing14-FeuerDas zweite Element innerhalb der Fünf Wandlungsphasen ist das Feuer. Es versinnbildlich Leidenschaft, Faszination und Enthuisiasmus. Während es beim Element Holz noch um den Aufbruch und die Entwicklung ging, beinhaltet das Feuer die Ausgestaltung.

Das Element Feuer gilt als authentisch, gleichzeitig auch mitteilsam und extrovertiert. Im negativen Sinne wirkt es Druck ausübend, ist egoistisch und mitunter auch aggressiv.  Deshalb ist ein Überschuss am Feuer immer mit einer gewissen Exzentrik verbunden sein, es äußert sich gelegentlich auch hektisch und hysterisch und kann durch das Element Erde gedämpft werde. Ein Feuermangel hingegen kann für Ängstlichkeit und Verwirrtheit sorgen, da hier wiederum der Mut und das “Draufgängertum” fehlt, was aber wiederum mit Hilfe des Elements Holz ausgeglichen werden kann.

In der Polarität entspricht das Feuer einem starken Yang-Prinzip, es handelt sich hier also um männliche Energie in Reinform. So kann es in Kombination mit einem weiteren Yang sehr mitreissend und tatkräftig, aber auch dominant und aggressiv sein. Zusammen mit einer Yin-Qualität ist das Feuer ebenso in Aktion, aber mehr auf die Umwelt aufgerichtet, warmherzig und integrierend.

Überträgt man das Element Feuer auf die menschliche Lebenszeit, dann entspricht es der Zeit der Jugend, die mit Ausbildung und (Weiter-)Entwicklung einhergeht und die Zeit, in der wir etwas aus uns “machen”.

Die zum Feuer dazugehörige Himmelsrichtung ist der Süden, die entsprechende Jahreszeit der Sommer und Tageszeit der Mittag – also immer, wenn die Sonne am höchsten steht.

Das Element Feuer wird vom Element Holz genährt und gefördert – so wie man mit Hilfe von Holz ein Feuer entzündet. Hingegen geschwächt und Unterdrückt wird das Feuer vom Element Erde. Im I Ging entspricht das Feuer dem Trigramm 離 “Li” (Feuer), es hat den Charakter von “abhängig”, weil Feuer grundsätzlich an etwas haften muss, um brennen und sich verbreiten zu können.

Chinesische Elementenlehre – 土 Tŭ (Erde)

IGing13-ErdeDas Element Erde ist das dritte innerhalb der “Fünf Wandlungsprozesse” in der chinesischen Weisheitslehre. Es bildet sozusagen die Mitte und das Zentrum innerhalb der fünf chinesischen Elemente und entsprechend ist auch seine Bedeutung.

Zum einen steht die Erde für die Ernte und zeigt Ergebnisse an – also auch Resultate von jenem, was unter den beide ersten Elementen Holz und Feuer gesät und ausgestaltet wurde. Zum anderen repräsentiert das Element Erde Zuverlässigkeit und Harmonie. So kennzeichnet das Element Erde das sorgfältige Abwägen und die Fürsorge. Es steht außerdem für Bodenständigkeit und Beharrlichkeit. So bringt ein Überschuss an Erde auch zwangsläufig eine gewisse Unbeweglichkeit  und Sturheit mit sich, ebenso auch ein großes Sicherheitsbedürfnis. Ein Mangel an Erde jedoch kann für Strukturlosigkeit, Unzuverlässigkeit oder Orientierungslosigkeit sorgen.

Aus der Sicht der Poloarität beinhaltet die Erde sowohl Yang (männliche Energie) als auch Yin (weibliche Energie und symbolisiert somit die Ausgeglichenheit. In Kombination mit Yang-Qualität  bekommt das Element erde einen soldien, ebenso aber auch logischen und ausdauernden Charakter; zusammen mit Yin äußert sich das Erd-Element fruchtbringend, sorgend und beschützend.

Auf die Lebenszeit übertragen kennzeichnet das Element Erde ebenso das Zentrum, also die Lebensmitte und das Erwachsenenalter. Auch die Himmelsrichtung ist die Mitte. Die entsprechende Jahreszeit für das Erdelement ist der Spätsommer – jene Zeit, in der die Ernte eingefahren wird – und als Tageszeit wird dem Element Erde die Jahreszeit zugeordnet.

Das Erdelement wird von Feuer gestärkt beziehungsweise hervorgebracht. Das Element Metalll hingegen wirkt sich erschöpfend auf die Erde aus. Im I Ging stehen die Trigramme 艮 “Gen” (Der Berg) sowie 坤 “Kun” (Die Erde)” für die Erde, die hier gleichzeitig als stabil und festigend gilt.

Chinesische Elementenlehre – 金 Jīn (Metall)

IGing12-MetallDieses chinesiche Element sorgt nicht selten für Verwirrung, denn es kommt in unserer abendländischen Elementlehre nicht vor. Ebenso beinhalten die Eigenschaften, die man diesem Element zu schreibt, neue Facetten, so dass es kaum einen Vergleich zu unseren abendländischen Typenlehre gibt. Eine Hilfestellung könnte vielleicht die Vorstellung sein, dass es sich bei diesem Element um – jedenfalls unserem westlichen Verständnis nach – ein “strengeres” Erdelement beziehungsweise um ein Erdelement mit dem Einfluss von Luft handelt.

Das Element Metall symbolisiert Sachlichkeit, Präzision und Ehrgeiz. Metallbetonte Persönlichenkeiten beispielsweise agieren sehr kosten- und nutzenorientiert und besitzen einen starken Antrieb, wenn es um die Erreichung ihrer Ziele geht. Sie können nicht nur gut Grenzen ziehen, sondern benötigen auch eigenen Freiraum. Ihre Gefühle zeigen sie in der Regel nicht, sie bleiben dem Gegenüber verborgen. In Verbindung mit der Yang-Qualität versinnbildlicht das Element Metall sehr starken Ehrgeiz und ist ausgesprochen ordnungsliebend. In Kombination mit der Yin-Energie ist es weniger ehrgeizig, dafür aber sehr genau und organisiert, kalkulierend und berechnend und hat außerdem ein gutes Gespür für die natürlichen Rhythmen. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn ein Überschuss an Metall einen übertriebenen Perfektionismus mit sich bringen kann. Ebenso kann ein Übermaß von Metall mit Zynismus, Überlegenheitsgefühlen und Pedanterie einhergehen. Ein Mangel an Metall hingegen kann Argwohn sowie (Selbst-)Zweifel hervorbringen.

Überträgt man das Metall auf die menschliche Lebenszeit, dann ist hier die Lebensmitte bereits überschritten – es handelt sich hier also um die Phase der Ernte sowie der “Nachreife”. Hier lässt sich feststellen, was man im Leben erreicht hat. Die dem Metall entsprechende Jahreszeit ist  der Herbst, die dazugehörigt Tageszeit ist demzufolge der Abend und die Himmelsrichtung ist der Westen.

Das Metall wird vom Element Erde hervorgebracht; geschwächt hingegen wird das Metall von Wasser. Im I Ging findet man das Element in den Trigrammen 兌  “Dui” (Der See) sowie 乾 “Kien” (der HImmel) wieder, die Stärke des Metalls liegt hier in der Reflexion..

Chinesische Elementenlehre – 水 Shuĭ (Wasser)

IGing16-WasserDas letzte Element innerhalb der Reihe der Fünf Wandlungsphasen ist das Wasser. Das Element Wasser kommt auch in unserer abendländischen Astrologie und Elementelehre vor, dennoch wird es in der chinesichen Weisheitslehre ein wenig anders interpretiert.

Das Wasser fließt überall hin, bis in die letzten Winkel. Deshalb gilt es nach  dem daoistischem Weltbild als anpassungsfähig und flexibel, ist aber gleichzeitig  nur scheinbar nachgiebig – schließlich passt sich Wasser zwar an, kann dennoch hartnäckig oder gar zerstörerisch sein (“steter Tropfen höhlt den Stein”). Menschen mit einer Wasser-Betonung gelten deshalb nach altchinesischer Philosophe als kommunikativ und aufmerksam, aber auch leidenschaftlich, eifersüchtig oder manipulierend. Spätestens hier wird klar, dass das chinesische Wasser-Element unserer abendländischen Auffassung nach in etwa einer Mischung aus Luft und Wasser entspricht.

Das Wasser-Element besitzt grundsätzlich starke Yin-Kraft, ist also weiblich und passiv. In Kombination mit einer Yang-Qualität bringt das Wasser Neugierde, Reiselust, Forscherdrang sovie verbale Stärke hervor. In Verbindung mit der Yin-Energie äußert sich die Neugierde mehr im künstlerischen Bereich und wird mit Meditation und tiefen Gefühlen in Verbindung gebracht. Ein Überschuss an Wasser kann häufig für Gefühlskälte und Humorlosigkeit sorgen, ebenso für Misstrauen oder gar Paranoia. Ein Mangel an Wasser wird mit Phantasielosigkeit, Willensschwäche und/oder Schreckhaftigkeit in Verbindung gebracht.

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei dem Element Wasser um das letzte innerhalb der chinesischen Elementelehre, demzufolge steht es für den Lebensabend und das Lebensende. Die entsprechende Himmelsrichtung ist der Norden, die adäquate Jahres- und Tageszeit dazu ist der Winter und die Nacht.

Das Element Metall wird gestärkt durch das Element Wasser; geschwächt wird es hingegen von Holz. Im I Ging findet das Wasser seine Entsprechung im Trigramm 坎 “Kan” (das Wasser) und besitzt die Eigenschaft “fließend”.

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