November

novembervoegelEs ist November, die Skorpionphase, in der die Nächte merklich länger werden. Symbolisch gesehen verlässt die Sonne die obere Welt und zieht sich für die kommenden fünf Monate zurück – jene Zeit, die hierzulande als unwirtlich gilt und uns deshalb zur Industrienation werden ließ. Die Bäume bleiben kahl, die Pflanzen tot und alles wirkt ziemlich trostlos. Früher ging es während dieser Zeit um das blanke Überleben.

So gehört zur Skorpion-Zeit (24. Okober bis 23. November) nicht nur das Sterben der Natur, sondern auch das Konservieren und Aufbewahren: Lebensmittel kamen in den Keller und wurden dort für die Krisenzeit aufbewahrt.

Häufig wird die Skorpionzeit auch mit den Wechseljahren des Menschen verglichen, einige sehen darin wiederum Parallelen für die Phase von Anfang 70. In beiden Lebenslagen geht es um Umbruch und dem Abklingen der „Blütezeit“. Man wird sich der Vergänglichkeit bewusst und stellt fest, dass man altert.

Passend zum Stirb- und Werde-Prinzip gedenkt man auch der Toten bzw. der verstorbenen Seelen. Allerheiligen würde längst von Halloween abgelöst, doch beide haben die gleiche Bedeutung. Halloween leitet sich von „All Hallows Eve(ning)“ ab und bedeutet so viel wie „Abend vor Allerheiligen“. Die Kelten pflegten den Brauch mit verzierten Kürbissen und Möhren, weil sie davon überzeugt waren, dass die Menschen in dieser Nacht besonders empfänglich für die Geistwesen „von drüben“ waren und wollten mittels den Opfergaben die Seelen besänftigen. Mit den Kelten wanderte der Brauch nach Amerika und kam in Form von Halloween wieder zurück.  Aber auch in anderen Kulturen pflegte man den brauch der „Geisterabwehr“ in Form von Kreistänzen und Gesängen mit der Absicht, eine Grenze zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt zu ziehen.

Der Tag des heiligen Martin am 11. November hingegen galt in früheren Zeiten auf dem Land als offizieller Winteranfang. Das Martinsfeuer diente der Reinigung.

skorpionDas astrologische Symbol des Skorpions ähnelt dem der Jungfrau, nur mit dem Unterschied, dass die letzte Linie beim Skorpion nach oben gerichtet ist und einem Pfeil ähnelt. Viele Astrologen sehen in diesem Pfeil einen Skorpionstachel. Tatsächlich symbolisiert der Pfeil auch den Gang in die Unterwelt, der Abstieg in die eignen Tiefen und Abgründe, um hernach wieder wie neu geboren nach oben zu steigen.

 

Foto und Text: Susanne Zitzl, Tarotpedia

 

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