Elon Musk geht gegen das ZDF wegen Verleumdung rechtlich vor. Hintergrund ist eine ZDF-Berichterstattung, in der ihm unterstellt wurde, zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen zu haben. Nach anwaltlicher Intervention durch Joachim Steinhöfel soll das ZDF bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben und die betreffende Passage entfernt beziehungsweise geändert haben. Musk hat darüber hinaus weitere rechtliche Schritte angekündigt. Es bleibt also spannend.
Die Geburt des ZDF
Bevor wir uns das Horoskop ansehen, hier eine kurze Biografie des ZDF: Die „Geburt“ des Senders war am 1. April 1963 um 19.30 Uhr in Mainz. Damals ging das ZDF erstmals auf Sendung und startete mit einer feierlichen Ansprache durch den damaligen Intendanten Karl Holzamer. Direkt im Anschluss folgte die erste „Heute“-Sendung und ab 20.15 Uhr lief eine große Show über die Vergnügungsviertel Berlins. Um 21.54 Uhr war bereits wieder Sendeschluss. Die berühmten Mainzelmännchen kamen schon am nächsten Tag dazu. Sie sollten Werbung und Programm klar voneinander trennen – ein damals wichtiger Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Auftrags.
Das ZDF – geboren, um zu kämpfen?
Bis Mitte der 1980er Jahre teilten sich das ZDF und die ARD zusammen mit den Dritten Programmen praktisch den gesamten Fernsehmarkt. Doch die ersten Machtkämpfe zeichneten sich bereits deutlich früher ab. Doch bereits Mitte der 1970er Jahre entstanden – teilweise noch im Verborgenen – Krisen, Abhängigkeiten und massive Angriffe auf die Identität des Senders. Diese waren zwar zunächst noch nicht als Zuschauerschwund sichtbar, erschütterten das ZDF jedoch tiefgreifend.
So kam es zur sogenannten Kirch-Affäre. Durch Recherchen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL wurde bekannt, dass es erhebliche Einflussnahmen aus dem Umfeld des Filmhändlers Leo Kirch gegeben haben soll – lässt sich alles ergoogeln. Kritiker warfen dem Sender vor, wirtschaftlichen und politischen Interessen zu viel Raum einzuräumen. Auch wurde dem ZDF bereits damals vorgeworfen, von linken Journalisten dominiert zu werden, was ihm den Namen „Rotfunk“ einbrachte. Der Druck auf die Berichterstattung soll enorm gewesen sein. Immer wieder war von internen Konflikten, Druck auf das Personal, politischer Einflussnahme und heftigen Debatten über journalistische Unabhängigkeit die Rede.
Pluto im 12. Haus – Die Krise hinter den Kulissen
Was könnte astrologisch besser zu dieser Entwicklung passen als der Pluto-Transit durch das 12. Haus des ZDF-Horoskops, der eine Opposition zu Sonne (Leitung des Senders) und Merkur (Personal und Berichterstattung) bildete? Dabei sollte man einen Transit durch das 12. Haus keineswegs unterschätzen. Dieses Haus wirkt oft wie eine Vorbereitungsphase auf tiefgreifende Veränderungen, die erst sichtbar werden, wenn der Transitplanet den Aszendenten erreicht.
Genau dies geschah Ende der 1970er Jahre. Die große Reform des „Heute Journals“, die am 2. Januar 1978 startete, war eine direkte Reaktion auf die zunehmende Kritik, das ZDF sei zu träge, zu staatsnah und zu wenig zeitgemäß geworden. Damals befand sich Pluto nur wenige Grad vor dem Waage-Aszendenten des Senders – ein klassisches Symbol für das Aufbrechen alter Strukturen. Schmerzhaft, aber notwendig.
Dieser Pluto aktivierte gleichzeitig das Quadrat des Krebs-Mondes zum Aszendenten – das ist ein weiterer astrologischer Hinweis auf eine massive Vertrauenskrise und einen erzwungenen Transformationsprozess. Zu diesem Quadrat sei gesagt, dass die fehlende Bindung zum Publikum (= der Krebs-Mond) im Horoskop bereits angelegt ist: Sowohl Waage als auch Krebs sind kardinale Zeichen, die stark auf andere bezogen sind. Beide Zeichen scheuen den offenen Konflikt, tun dies aber aus unterschiedlichen Motiven – die Waage aus Prinzipien der Fairness und der Korrektheit, der Krebs aus Angst vor emotionaler Verletzung. Nach außen hin will der Sender also politisch korrektes Fernsehen liefern, verliert aber die Bindung zum Publikum.
Neptun im 3. Haus – Kommunikation unter Einfluss?
Meistens ist nicht nur ein einzelner Transit für größere Entwicklungen verantwortlich. Zeitgleich wanderte Neptun durch das 3. Haus des ZDF-Horoskops. Für Astrologen ist dies ein interessanter Aspekt, denn das 3. Haus steht für Kommunikation, Medien, Journalismus und Informationsvermittlung. Neptun kann hier auf Unklarheiten, verdeckte Einflussnahmen, Ideologien oder eine Vermischung von Fakten und Narrativen hinweisen.
Bevor nun jemand behauptet, ich hätte mir diese Zusammenhänge ausgedacht, lohnt sich ein Blick auf die zeitgenössische Kritik jener Jahre:
DER SPIEGEL begleitete die Entwicklung des ZDF in den 1970er Jahren als einer seiner schärfsten Kritiker. Immer wieder war von sogenannten „Freundeskreisen“ die Rede – parteipolitisch geprägten Netzwerken innerhalb des Fernsehrats, die wichtige Personalentscheidungen und strategische Weichenstellungen beeinflusst haben sollen. Tatsächlich galt es lange Zeit als offenes Geheimnis, dass Spitzenpositionen im ZDF häufig nicht allein nach fachlicher Qualifikation vergeben wurden, sondern parteipolitische Erwägungen eine bedeutende Rolle spielten. Medienwissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von „Proporzsystemen“ und einer ausgeprägten „Parteibuch-Politik“ innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
DER SPIEGEL berichtete mehrfach über politischen Druck auf Redaktionen und über die Frage, wie staatsfern das ZDF tatsächlich agierte. Besonders die Affäre um das Magazin „Kennzeichen D“ Ende der 1970er Jahre wurde als Beispiel dafür diskutiert, wie politische Interessen Einfluss auf journalistische Entscheidungen nehmen konnten. Hier ein Artikel aus dem Jahre 1976 von vielen: Fernsehen: ZDF im Würgegriff? – DER SPIEGEL
Der Radix-Neptun des ZDF
Hinzu kommt ein weiterer interessanter Faktor: Der Radix-Neptun des ZDF steht exakt an der Spitze des 2. Hauses. Für mich bedeutet dies, dass Neptun sowohl auf das 1. als auch auf das 2. Haus wirkt.
Im 1. Haus kann Neptun klare Grenzen aufweichen. Im Skorpion erhält diese Konstellation eine tiefgründige, verborgene und teilweise manipulative Färbung. Sie könnte darauf hindeuten, dass der Sender zeitweise nicht völlig autonom agierte, sondern verschiedenen äußeren Einflussgruppen ausgesetzt war. Im 2. Haus kommt die finanzielle Ebene hinzu. Kritiker warfen dem Sender damals vor, hohe Summen für Prestigeprojekte und Lizenzrechte auszugeben, während wirtschaftliche und politische Interessen teilweise eng miteinander verflochten waren. Besonders spannend: Zeitgleich zum Pluto-Transit über den Aszendenten erreichte Uranus diesen Radix-Neptun und machte verborgene Vorgänge sichtbar.
Ein kleiner persönlicher Einwurf: Mit Neptun im 2. Haus wäre das ZDF eigentlich ein hervorragender Musiksender. Formate wie die „ZDF-Hitparade“ oder „Disco“ zeigten, dass dieser Aspekt erfolgreich gelebt werden konnte.
Die ersten Risse im Monopol
Ab Mitte der 1970er Jahre entstanden die ersten Risse im Fernsehmonopol. Bundeskanzler Helmut Schmidt initiierte erste Kabelpilotprojekte und stellte damit die Weichen für das Privatfernsehen. Was zunächst wie ein Zukunftsprojekt wirkte, nahm Anfang der 1980er Jahre konkrete Formen an.
Es heißt, dass das Karma eines Menschen erst ab dem 21. Lebensjahr richtig wirksam wird. Ähnlich könnte man es beim ZDF sehen: Der im Widder geborene Sender musste ab seinem 21. „Lebensjahr“ lernen, sich in einem echten Wettbewerb authentisch zu behaupten. Am 1. Januar 1984 gingen die ersten privaten Sender auf Sendung. Hollywood-Filme, große Unterhaltungsshows und attraktive Sportrechte lockten Millionen Zuschauer an. Das ZDF verlor erstmals spürbar Marktanteile.
Vom Marktführer zum Mitbewerber
Der eigentliche Verlust der Marktführerschaft erfolgte in den 1990er Jahren, denn nach der Wiedervereinigung erschlossen die Privatsender die neuen Bundesländer mit hoher Geschwindigkeit. Formate wie Daily Soaps, Reality-TV und provokante Talkshows trafen den Nerv der Zeit deutlich besser als viele klassische Altherren-ZDF-Programme. 1993 überholte RTL schließlich das ZDF in wichtigen Zuschauergruppen; und ab den 2010er Jahren folgte die nächste Revolution: Internet, YouTube, Mediatheken und Streaming-Dienste veränderten die Medienwelt grundlegend.
Politische Einflussnahme beim ZDF
Dass die Diskussion um politische Einflussnahme keineswegs nur ein Thema der Vergangenheit ist, zeigte schließlich das sogenannte ZDF-Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2014. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der politische Einfluss auf die Aufsichtsgremien des Senders zu groß geworden war und stärkte die Forderung nach größerer Staatsferne. Auslöser war unter anderem die Kontroverse um die Nichtverlängerung des Vertrags von Chefredakteur Nikolaus Brender im Jahr 2009. Diese historischen Vorgänge zeigen, dass die Frage nach Unabhängigkeit, Einflussnahme und politischer Nähe den Sender seit Jahrzehnten begleitet – ein Thema, das sich erstaunlich gut in der astrologischen Symbolik widerspiegelt und jetzt wohl seinen Zenit erreicht.
Die aktuellen Transite
Und heute? Ein Blick auf die aktuellen Transite des ZDF-Horoskops zeigt ein spannendes Spannungsfeld zwischen Wachstum und tiefgreifender Veränderung: Einerseits sorgt Jupiter im 10. Haus für mehr Sichtbarkeit, Reichweite und neue Chancen. Der Transit über MC und aufsteigenden Mondknoten deutet darauf hin, dass der Sender derzeit besonders stark im öffentlichen Fokus steht und wichtige Entwicklungsmöglichkeiten erhält.
Andererseits sprechen Saturn auf der Sonne, Neptun auf Jupiter und die Opposition von Pluto zu Mars im 10. Haus für eine Phase intensiver Umstrukturierungen. Es scheint, als würden bestehende Arbeitsabläufe, Führungsstrukturen und vielleicht sogar das Selbstverständnis des Unternehmens auf den Prüfstand gestellt.
Besonders interessant ist die Venus in den Fischen im 5. Haus, die in den kommenden Jahren von Uranus, Chiron und später Neptun herausgefordert wird. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich das öffentliche Image, die kreative Ausrichtung oder die Beziehung zum Publikum deutlich verändern werden.
Insgesamt wirkt das Horoskop nicht wie das Ende eines Weges, sondern eher wie der Beginn einer tiefgreifenden Transformation. Die kommenden Jahre dürften zeigen, welche Teile der bisherigen Identität Bestand haben und welche neu erfunden werden müssen.

(ZDF-Geburtshoroskop: 1. April 1963 um 19.30 Uhr in Mainz. Außen: Planetenstände vom 17.06.2026)
Eine persönliche Begegnung auf der Frankfurter Buchmesse
Abschließend noch eine persönliche Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen hat:
Es ist inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte her, als ich regelmäßig auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs war – nicht als Besucherin, sondern als freie Mitarbeiterin beziehungsweise als Gast eines Verlags, der Tarotkarten und esoterische Literatur veröffentlichte. Gemeinsam mit einer Kollegin beantwortete ich Fragen der Besucher und legte auf Wunsch die Karten.
Die Arbeit war oft spannend, manchmal aber auch ausgesprochen anstrengend. Abends fiel ich meist völlig erschöpft ins Hotelbett.
So war es auch an einem Sonntagabend. Der Besucherstrom hatte bereits deutlich nachgelassen, die Messe schloss ihre Tore und die Aussteller begannen mit dem Abbau ihrer Stände. Auch wir hatten bereits aufgeräumt und waren zu dem Schluss gekommen, dass wir für diesen Tag wirklich genug Karten gesehen hatten und nun dringend ein gutes Abendessen brauchten.
Ich war gerade dabei, meine Sachen zusammenzupacken, als plötzlich eine Frau auf mich zustürmte. Sie bat mich, ihr „nur noch ganz schnell“ die Karten zu legen, denn es sei „wirklich sehr dringend“. Sie war voll bepackt mit Kameras und Koffern, so dass ich sie automatisch den Medien zuordnete.
Ich erklärte ihr, dass wir unsere Tische bereits abgebaut hätten. Das sei kein Problem, meinte sie. Sie würde sich notfalls sogar auf den Boden setzen. Da sie aber regelrecht um eine Legung flehte, gab ich schließlich nach. Irgendwo fanden wir sogar noch einen freien Tisch an einem benachbarten Stand. Im Verlauf des Gesprächs erklärte sie mir, dass sie es nicht früher zur Buchmesse geschafft habe. Sie sei beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk beschäftigt und deshalb erst so spät gekommen. Niemand sollte sehen, dass sie sich die Karten legen ließ.
Zu meinem besseren Verständnis fragte ich nochmal ungläubig nach:
„Sie riskieren Ihren Job, weil Sie sich die Karten legen lassen?“
„Absolut“, antwortete sie.
„Arbeiten Sie denn bei einer kirchlichen Einrichtung?“
„Nein“, sagte sie. „Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“
Sie erklärte mir weiter, dass sie große Sorge habe, ihr Interesse an Tarot, Astrologie und esoterischen Seminaren könnte bekannt werden. Ihrer Ansicht nach würde ihr das beruflich schaden. Deshalb habe sie bewusst bis zum Ende der Messe gewartet, um möglichst unerkannt zu bleiben.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine weitere Bemerkung von ihr. Sie sagte sinngemäß, sollte sie jemals beruflich über Menschen aus dem esoterischen Bereich berichten müssen, würde von ihr erwartet werden, dies kritisch oder negativ zu tun. Ob dies tatsächlich der Haltung ihres Arbeitgebers entsprach oder ihre persönliche Wahrnehmung war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Bemerkenswert fand ich diese Aussage jedoch allemal.
Letztendlich entwickelte sich daraus ein interessantes Gespräch, und ich bereute keineswegs, mir noch eine halbe Stunde Zeit genommen zu haben. Ihre Aussage hat mich damals mehr als überrascht. Heute nicht mehr.
Soviel zum Thema Tarot und Astrologie in der Öffentlichkeit.
