Astrologie

Verborgene Machtspiele: Einblicke in narzisstische Familiensysteme Teil II

Wie bereits angekündigt möchte ich in diesem Teil II die astrologischen Komponenten beleuchten, die mit Narzissmus oder narzisstischen Verhaltensweisen einhergehen können.

Astrologisch gilt: Es gibt keine Konstellation, die automatisch einen Narzissten kennzeichnet. Abgesehen davon, dass eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) nur von einem Arzt diagnostiziert werden kann, kennt auch die Astrologie keinen „Narzissmus“ als solchen – sie zeigt lediglich Verhaltensmuster auf, die narzisstischen Tendenzen entsprechen können. Meist sind es nicht einzelne Planeten, sondern komplexe Aspektfiguren aus mehreren Planeten, die entsprechende Dynamiken anzeigen.

Ähnlich verhält es sich übrigens mit dem Thema „Karma“. Aus meiner Sicht setzt sich unsere Persönlichkeit aus allem zusammen, was wir in früheren Leben gelernt und an Eigenschaften und Gewohnheiten erworben haben. Unser komplettes Horoskop ist also Karma – einschließlich Planeten-, Zeichen- und Aspektverteilungen. Karmische Faktoren wie die Mondknotenachse, die IC/MC-Achse und Saturn (meiner Meinung nach auch Chiron) bilden dabei die Quintessenz des Karmas.

So können nahezu alle Planeten eine Rolle spielen, wenn es um Persönlichkeitsstörungen geht.

Die Geschichte der Persönlichkeitsstörungen

Das Konzept des Narzissmus ist vergleichsweise jung, während psychische Auffälligkeiten bzw. Abweichungen von sogenannten „normalen“ Verhaltensweisen die Menschheit seit jeher begleiten. Daher möchte ich zunächst einen Blick auf frühere Epochen werfen, in denen psychische Phänomene jeweils unterschiedlich interpretiert wurden:

  • Antike (ca. 800 v. Chr.–500 n. Chr.): Mit der Vier-Säfte-Lehre wurde der Mensch als körperlich-kosmisch betrachtet. Psychische Leiden wie die so genannte „Bessenheit“ galten als natürliche Erscheinung. Die Melancholie („schwarze Galle“) war eine Gelehrten- und Künstlerkrankheit, manische Zustände wurden als göttliche Inspiration angesehen. Dem Zeitgeist entsprechend wurde der Mensch als Teil eines größeren kosmischen Ganzen betrachtet.
  • Mittelalter (ca. 500–1500 n. Chr.): Psychische Leiden wurden theologisch interpretiert. Symptome wie Stimmenhören, Angstzustände oder Zwangsgedanken galten als Werk von Dämonen oder Hexerei. Besonders Frauen litten unter moralischer Stigmatisierung, körperliche Symptome waren akzeptabel, psychische Autonomie jedoch nicht. Im damaligen Weltbild wurde der Mensch als sündig betrachtet, sein Innenleben galt als gefährlich.
  • Frühe Neuzeit (16.–18. Jh.): Psychische Symptome wurden erstmals medizinisch erklärt, aber noch stark moralisch bewertet. Hypochondrie, religiöse Depressionen und „Nervenschwäche“ waren typisch. Angst, innere Leere und Grübeln nahmen zu. Erstmals wurde der Mensch als Individuum betrachtet, jedoch noch unter Einfluss strenger Normen. Im Denken dieser Epoche stand der Mensch zwischen Gott, Vernunft und beginnender Selbstverantwortung.
  • 19. Jahrhundert – Industrialisierung: Hysterie und Neurasthenie („Nervenschwäche“) waren kennzeichnend. Frauen litten unter Hysterie (Krampfanfälle, Ohnmacht, Sprachverlust), Männer unter Neurasthenie (Erschöpfung, Reizbarkeit, sexuelle Schwäche, Konzentrationsprobleme) als Folge der Industrialisierung und des Leistungsdrucks. Sigmund Freud verband Hysterie mit repressiver, sexualfeindlicher Erziehung: „Der Körper spricht, was die Psyche nicht sagen darf.“ Der Zeitgeist forderte nun Funktionieren, Disziplin und Unterdrückung emotionaler Bedürfnisse. Der Beginn der Industrialisierung war für mich das Ende unserer Freiheit und der vorausgegangenen Hochkultur.
  • Frühes 20. Jahrhundert: Zwangsneurosen, Angststörungen und Depressionen traten nun häufiger auf. Die Zeit war gepräfgt von Pflichterfüllung, Moral und Kontrolle. Die psychologischen Erklärungen wurden systematischer, der Zeitgeist war angespannt, aber immer noch strukturiert.
  • Spätes 20. Jahrhundert (Nachkriegszeit bis 1990er): Depressionen, Borderline-Störungen und Essstörungen prägten diese Zeit. Alte Normen zerfielen, neue fehlten. Die neu gewonnene Freiheit des Menschen erforderte auch mehr Selbstverantwortung und brachte Einsamkeit mit sich. Innere Leere, Selbstverletzungen und Nähe-Distanz-Probleme waren verbreitet. Essstörungen dienten oft als Versuch, Kontrolle über den eigenen Körper zurückzugewinnen. Der Zeitgeist dieser Zeit war geprägt von einer Freiheit ohne Halt.
  • Gegenwart – 21. Jahrhundert: Angststörungen, Trauma-Folgestörungen, Dissoziationen, Burnout und narzisstische Strukturen sind nun typisch. Gemäß Aussagen des amerikanischen Arztes Dr. Alexander Lowe wird das Selbst zunehmend zur „Marke“: Äußerlichkeiten, Leistung und Sichtbarkeit bestimmen den Wert des Menschen. Gefühle werden inszeniert oder abgespalten, viele Menschen wirken funktional, fühlen sich jedoch innerlich leer, erschöpft oder dauerhaft angespannt. Leistung und Image sowie das Bedürfnis, gesehen zu werden, prägen den Zeitgeist, ebenso wie der Vergleich mit anderen.

Planeten und narzisstische Tendenzen

Nun zu den astrologischen Details. Wie bereits erwähnt, kann grundsätzlich jeder Planet eine Rolle spielen. Meiner Erfahrung nach sind jedoch ihre Wechselwirkungen entscheidend – insbesondere die Aspektfiguren und vor allem die Spannungsaspekte

  • Sonne: Grundsätzlich kann überbetonte Sonne kann ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung, Bewunderung und Sichtbarkeit ausdrücken; sie zeigt, wie sehr das Selbstzentrum im Vordergrund steht. Die amerikanische Astrologin und Psychoanalytikerin Liz Greene bringt Narzissmus auch mit einer schwachen Sonne in Verbindung – beispielsweise eine Sonne im 12. Haus – , da Narzissmus im Kern ein fragiles Selbst ist, das ständig äußer Bestätigung sucht. *) Das macht Sinn, da Narzissten als Kind in ihrer Entwicklung nicht ausreichend liebevoll gespiegelt wurden und somit keine gesunde Selbstentfaltung verankern konnten. Meines Erachtens kommen auch noch unbedingt harte Aspekte – beispielsweise Quadrate zu Jupiter oder Neptun – hinzu, die dann beschreiben, dass eine fehlende stabile Selbstdefinition beispielsweise durch Grandiosität, Selbstüberhöhung (Jupiter), durch Idealisierung (Neptun), narzisstischerSpiegelabhängigkeit (Waage- bzw. 7. Haus-Prinzip) oder narzisstischer Abwehr durch Überlegenheit (Pluto) kompensiert wird.
  • Mond: Auch der Mond ist zentral, weil er anzeigt, wie ein Kind emotional gespiegelt wurde. Ein unerlöster Mond deutet oft auf emotionale Abhängigkeit, Überempfindlichkeit bei Ablehnung und ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung hin. Er kann anzeigen, dass ein Kind nicht wirklich gesehen wurde sowie eine spätere starke Sehnsucht nach Verschmelzung oder Opfermentalität.
  • Merkur: Schwierige Aspekte von Merkur können sich in Manipulation, Rechthaberei, kritischem Denken gegenüber anderen oder in subtiler geistiger Kontrolle äußern.
  • Venus: Eine überbetonte oder spannungsreiche Venus zeigt das Bedürfnis nach Bewunderung und Aufmerksamkeit; sie kann aber auch emotionale Kälte, Bindungsprobleme oder toxische Charm-Offensiven anzeigen.
  • Mars: Mars gibt Auskunft über Impulsivität, Dominanz, Durchsetzung eigener Interessen und – im negativen Fall – aggressive Kontrolle über andere.
  • Jupiter: Quadrate oder Spannungen mit Jupiter symbolisieren Überlegenheitsgefühle, Arroganz, moralische Überheblichkeit und ein Gefühl, über anderen zu stehen.
  • Saturn: Harte Aspekte mit Saturn weisen auf ein Bedürfnis hin, Macht über andere durch Kontrolle zu kompensieren, aber auch auf strenge Erziehungsmuster, Unterdrückung von Emotionen und innere Dominanzstrukturen.
  • Chiron: Er ist nicht zu unterschätzen, denn er zeigt, wo wir durch Erziehung, Vorschriften und gesellschaftliche Dogmen verletzt wurden. Unerlöste Chiron-Aspekte können zu Überempfindlichkeit, Ablehung, innerer Wut, Neid und Projektionen führen.
  • Uranus: Der exzentrische Uranus strebt danach, besonders und einzigartig zu sein; er rebelliert gegen Einschränkungen und kann unberechenbares Verhalten und ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit erzeugen.
  • Neptun: Er steht für Ideale, Illusionen und auch Empathie, doch im negativen Ausdruck kann dies in Selbsttäuschung, subtilen Manipulationen, ideologischer Überhöhung und Opferinszenierung münden.
  • Pluto: Ist ein Hinweis auf Machtstreben – auch oft als Kompensation von Unsicherheit. Bei Überbetonung können Kontrolle, intensive emotionale Manipulation und extremes Machtbewusstsein im Vordergrund stehen.

Zu den Generationsplaneten Uranus, Neptung und Pluto noch ein Hinweis:

Es ist offensichtlich, dass nicht eine ganze Generation per se narzisstisch sein kann. Dennoch zeigen die überpersönlichen Planeten bestimmte Energien, die für mehrere Jahrgänge charakteristisch sind und sich in den individuellen Horoskopen – je nach Aspektierung, Stellung und Betonung – spezifisch bemerkbar machen können.

So hat beispielsweise die Generation mit Pluto im Krebs (1914–1939) nicht nur die tiefgreifende Zerstörung von Heimat, familiären Strukturen und nationaler Identität erlebt, sondern auch eine fundamentale Wandlung in der Haltung gegenüber Familie, Zugehörigkeit und emotionaler Sicherheit durchlaufen. Dies kann sich durch ein emotionales Sicherheitsbedürfnis und eine starke Fixierung auf Familie – entweder überbetont oder emotional beschädigt – bemerkbar machen.

Die nachfolgende Generation mit Pluto im Löwen (1939–1957) trägt hingegen das Thema der Ich-Entfaltung und Selbstverwirklichung in sich und sucht entsprechend nach Möglichkeiten, die eigene Individualität auszudrücken und ein persönliches Zentrum zu entwickeln. Es geht also bei Pluto um die persönliche Souveränität sowie um das Recht, ein eigenes Selbst zu sein. Von der Pluto-im-Krebs-Generation erzogen – also von Eltern, die Kriegstrauma, Entbehrungen, Verluste und emotionale Härte durchlebten – , erlebten diese Jahrgänge nicht selten eine autoritäre Erziehung, emotionale Kälte und wenig Raum für individuelle Entfaltung. Typisch kollektive Erscheinungen für diese Generation waren Studenten- und Anti-Autoritätsbewegungen, sexuelle Revolution und die Auflösung traditioneller Rollen. Und wichtig zur Erinnerung: Wir sprechen hier von einer Verletzung oder Dynamik – nicht von einer Diagnose!

Die Goldenen Kinder und Schwarzen Schafe und Hinweise dazu im Horoskop

Ob ein Kind narzisstischer Eltern oder Elternteile die Rolle des „Goldenen Kindes“ oder des „Schwarzen Schafs“ einnimmt, kann sich ebenfalls in astrologischen Tendenzen widerspiegeln.

  • Das 1. Haus repräsentiert das Selbstbild und die Selbstdarstellung und kann je nach Zeichenfärbung, Planeten und Aspektierungen auf ein starkes oder schwaches Ich-Bewusstsein hinweisen.
  • Das 7. Haus: Es ist das Haus, das unsere Beziehungen spiegelt und ggf. narzisstische Dynamiken anzeigen kann.
  • Das 3. Haus beschreibt unter anderem die Geschwisterdynamik und kann Hinweise darauf geben, welchen Platz wir innerhalb der Geschwisterreihe einnahmen und ob wir die Möglichkeit hatten, unsere Gedanken und Wahrnehmungen frei zu äußern oder ob unser Ausdruck eingeschränkt wurde.
  • Das 4. Haus steht für das emotionale Fundament, die familiäre Atmosphäre und das subjektive Erleben von Geborgenheit. Herausfordernde Saturn-Stellungen oder -Aspekte können hier auf emotionale Kälte, Distanz oder frühe Verantwortungsübernahme hinweisen, während Chiron auf tiefe seelische Verletzungen im familiären Zusammenhang deuten kann. Jupiter- oder Venus-Betonungen im 4. Haus oder in Verbindung mit zentralen Persönlichkeitsfaktoren können dagegen auf eine bevorzugte Stellung innerhalb des Familiensystems hindeuten, wie sie häufig dem sogenannten „Goldenen Kind“ zugeschrieben wird – wobei auch hier natürlich immer das Gesamthoroskop zu berücksichtigen ist.
  • Das 5. Haus beschreibt den kreativen Selbstausdruck, die spontane Lebensfreude und das Erleben der eigenen Besonderheit. Mussten Geschwister innerhalb des Familiensystems unterschiedliche Rollen einnehmen und wurde der indiviuelle Ausdruck bei einem Kind gefördert und beim anderen entwertet, zeigt sich das auch entsprechend durch Betonung oder Verletzung dieses Hauses.
  • Das 10. Haus: Nicht nur Karriere und Statusbeewusstsein werden hier angezeigt, sondern auch das Machtstreben und ein Bedürfnis nach Anerkennung. Auffällige Pluto-Stellungen im 10. Haus finden sich nicht selten bei Kindern, die die Rolle des „Schwarzen Schafs“ einnehmen mussten. Hier können sich Machtkämpfe oder subtile Entwertungen widerspiegeln. Demgegenüber zeigen sich beim sogenannten „Goldenen Kind“ häufig Saturn- oder Chiron-Betonungen im 10. Haus, was auf eine starke Erwartungshaltung seitens des narzisstischen Elternteils hinweisen kann, verbunden mit dem Gefühl, einer bestimmten Rolle oder einem Ideal entsprechen zu müssen. Saturn beschreibt hier oft den Druck, Verantwortung zu übernehmen und den elterlichen Maßstäben gerecht zu werden, während Chiron auf eine tiefe Verletzlichkeit im Bereich von Anerkennung und Selbstwert hinweist. Trotz äußerer „Förderung“ des Goldenen Kindes bleibt innerlich nicht selten das Empfinden zurück, letztlich nie ganz zu genügen.

Noch ein Hinweis zum 10. Haus: Wenn das Schwarze Schaf selbst noch im Erwachsenenalter und gegenüber Dritten oder Fremden weiterhin von den Geschwistern abgewertet und diffamiert wird („primitiv“, „asozial“) , geschieht dies häufig nicht nur unter Verdrängung der gemeinsamen Herkunft und ihrer dysfunktionalen Dynamiken, sondern ist auch ein Ausdruck eigener unbewusster Unsicherheiten (Saturn oder Chiron), die zur Stabilisierung des eigenen Selbstbildes auf diese Person projiziert werden.

Gleichzeitig zeigen sich in den Horoskopen aller Kinder eines narzisstischen Elternhauses – ob nun Lieblingskind oder Sündenbock – astrologische Gemeinsamkeiten. Pluto kann auf intensive Macht- und Kontrolldynamiken hinweisen, Uranus auf Instabilität oder Unberechenbarkeit und Neptun auf emotionale Diffusion, Idealisierung oder mangelnde Klarheit. In Verbindung mit entsprechenden Hausstellungen und Aspekten persönlicher Planeten kann dies auf ein familiäres Umfeld ohne emotionale Sicherheit hindeuten. Saturn entspricht nicht nur Sündenbock-Erfahrungen wie Abwertung oder Kritik, sondern auch Leistungsdruck.

Was lernen wir daraus?

Schwarze Schafe, die über ihre Familie reden, hören in esoterischen Kreisen oft Sätze wie: „Verzeih doch mal“ oder „Lass los“ (das esoterische Modewort seit über 30 Jahren!). Und nicht selten kommt noch: „Du hast dir das ja irgendwie gefallen lassen, dazu gehören immer zwei.“ Nein. Kein Kind lässt sich etwas gefallen oder nicht gefallen. Kinder reagieren nur. Die Familie sollte für ein Kind ein sicherer Ort sein und wer so etwas sagt, betreibt klassische Täter/Opfer-Umkehr und hat keine Ahnung, was es heißt, als Kind dem eigenen Rudel ausgeliefert zu sein.

Und warum soll wieder das Schwarze Schaf die Verantwortung tragen und „Loslassen“ lernen? Warum darf es nicht einfach sagen, wie die Dinge wirklich waren? Ein Sündenbock-Kind muss im Erwachsenenalter nicht selten all das lernen, was ihm von der narzisstischen Familie verwehrt wurde und das sind u.a.:

  1. Eine Gesunde Wahrnehmung zu entwickeln, statt sich von jahrelangem Gaslighting und Schuldumkehr verunsichern zu lassen.
  2. Die eigenen Bindungsprobleme zu heilen, weil emotionale Sicherheit, Nähe und Vertrauen gefehlt haben.
  3. Autonomie zu lernen, statt sich unterdrücken zu lassen.
  4. Das Nervensystem zu beruhigen, um den ständigen Alarmzustand abzubauen, den Abwertungen, Schikanen und Bestrafungen dauerhaft hinterlassen haben.

Warum also immer wieder klein beigeben und die Täter schonen? Weil die Wahrheit schwer ist? Außerdem lässt das familiäre Mobbing selbst im Erwachsenenalter nicht nach. Das Schwarze Schaf wird auch später noch bei anderen noch verleumdet und diskreditiert. Denn das ist einfacher als sich mit den eigenen negativen Gefühlen auseinanderzusetzen und zeugt davon, wie wichtig es in toxischen Familien ist, einen Sündenbock zu haben.

Vorbestimmt oder nicht?

Nun ist es ein Fakt, dass sich unsere Kindheitserfahrungen und Prägungen im Horoskop spiegeln. Daraus lässt sich also auch ableiten, dass unser Erlebtes quasi „vorbestimmt“ war – vielleicht sogar, um daran zu wachsen. Oder weil wir uns die Aufgaben für diese Reinkarnation selbst ausgesucht haben. Das heißt aber nicht, dass damit die Taten anderer automatisch entschuldigt wären. Der freie Wille steht trotz karmischer Aufgaben über allem, sonst wären wir nicht hier, auf diesem Lernplaneten Erde, auf dem wir uns zu reifen Seelen weiterentwickeln sollen. Auch ein Grund, warum jede Religion uns lehrt, andere so zu behandeln, wie auch wir behandelt werden wollen.

Verzeihen – eine Option?

Das Wort „verzeihen“ setzt sich aus dem Präfix „ver-“ (etwas entfernen, wandeln) und „zeihen“ zusammen; Letzteres leitet sich ab vom mittelhochdeutschen „zihan“, das so viel wie „auf jemanden zeigen“ oder „beschuldigen“ bedeutet. So verstehen wir heute darunter „jemandem etwas nicht anrechnen“, ursprünglich bedeutete es aber: „Einen Anspruch aufgeben“. Und damit kann ich mich anfreunden. Ich habe keinen Anspruch an irgendjemanden. Mein einziger Anspruch ist, ein guter Mensch zu sein – unabhängig davon, was mir widerfahren ist. So sollen aus den Spuren, die ich hier auf Erden hinterlasse, etwas Gutes und Nährendes keimen.

Als Medium stehe ich in Kontakt mit der Geistigen Welt, und das, was mir von meinen Geistigen Führern dazu mitgeteilt wurde, stimmt mit der ursprünglichen Bedeutung des Wortes „verzeihen“ überein. Sinngemäß übermittelten sie mir:

>> Verzeihen heißt nicht, den anderen aus der Verantwortung zu entlassen. Verzeihen heißt, das Dunkle aus den eigenen Gedanken zu entfernen, sodass alles Negative nicht mehr unterstützt wird und verschwindet. <<

Und das macht Sinn, nicht wahr?

Quellen:

*) „Die Botschaft des göttlichen Feuers: Die Sonne im Horoskop und der kreative Weg zu Individualität und Berufung“ von Liz Greene

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